Fortbildungsangebot: Nachhaltig anpacken: Globale Herausforderungen lokal gestalten

 awo  

Mrz03

Im vergangenen September veranstaltete der AWO Bundesverband gemeinsam mit AWO International und der Diakonie Deutschland ein Netzwerktreffen zur Umsetzung der Agenda 2030 in der freien Wohlfahrtspflege.

Als Follow-Up bietet nun der AWO Bundesverband gemeinsam mit AWO International eine Fortbildung in der Umweltbildungsstätte Oberelsbach an: „Nachhaltig anpacken: Globale Herausforderungen lokal gestalten“. Gemeinsam wollen die Referenten mit den Teilnehmenden während dieses Workshops erkunden, wie die freie Wohlfahrtspflege zur Umsetzung der Agenda 2030 beitragen kann und das Vorhaben eine Chance zur Mobilisierung von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen ist.

Dank der Förderung durch Engagement Global ist die Fortbildung inklusive Unterkunft und Verpflegung kostenfrei. An- und Abreise müssen selbst getragen werden.

Fragen beantwortet gern Roman Fleißner (AWO International): roman.fleissner@awointernational.de

Anmeldung erfolgt per E-Mail an assistenz@awointernational.de

Weitere Infos können dem beigefügten pdf entnommen werden:

2020-03-01 Einladung Nachhaltig Anpacken! Mai 2020

SWR-Beitrag zu gutem Essen in Krankenhäusern und Pflegeheimen

 awo  

Feb18

Ein Radio-Beitrag des SWR stellt fest, dass in Pflegeheimen sehr oft mit zu wenig Fisch und zu viel Fleisch versorgt wird. Dies deckt sich mit den Erkenntnissen, die der AWO Bundesverband aus seinen Untersuchungen gewonnen hat. Um eine gesundheitsfördernde Verpflegung sicher zu stellen, geht die Deutsche Gesellschaft für Ernährung davon aus, dass pro Bewohner*in täglich 6€ zur Verfügung stehen müssten. Oft sind es allerdings nicht mehr als 4,50€ in den Pflegeheimen.

Damit eine gesunde und schmackhafte Verpflegung gelingt, sollten sich Heimleitung, Pflegepersonal und Köch*innen viel stärker an den Wünschen der Bewohner*innen orientieren. Auch innerhalb des Projekts „Klimafreundlich pflegen“ wird in den teilnehmenden Einrichtungen verstärkt der Wunsch nach weniger Fleisch, mehr Regionalität und Saisonalität geäußert.

Laut einem Schweizer Experten würden sich Köche in Seniorenzentren eher verstecken. Eine größere Vernetzung untereinander würde dafür sorgen, dass es ihnen leichter fiele Forderungen gegenüber der Heimleitung durchsetzen, da sie sich gegenseitig den Rücken stärken würden. Eine gute Gelegenheit hierzu bietet die Fortbildung „Klimafreundliche Ernährung im Care-Bereich„, die die AWO Bundesakademie Ende März anbietet. Es sind noch einige Plätze frei.

 

Warum wir klimafreundlicher (ver-)pflegen wollen

 awo  

Jan30

Klimaschutz geht alle an. Auf der Grundlage dieser Überzeugung will die AWO gute Pflege in stationären Einrichtungen klimafreundlich gestalten. Das Modellprojekt „klimafreundlich pflegen“ sucht dafür nach Lösungen. Ein Aspekt: die Verpflegung der Bewohner*innen. Dabei zeigt sich: Klimaschutz, Wahlfreiheit der Bewohner*innen und hochwertige, gesunde Verpflegung gehen Hand in Hand.

Das Projekt „klimafreundlich pflegen“ entstand aus dem Bewusstsein und der Verantwortung heraus, dass sich alle wirtschaftlichen wie auch gesellschaftlichen Bereiche – und damit auch das Sozial- und Gesundheitswesen – mit dem Thema Klimaschutz auseinandersetzen müssen. Während sich andere Bereiche bereits den an sie gestellten Herausforderungen gestellt haben, war Klimaschutz in der stationären Pflege bislang kaum ein Thema.

Im Jahr 2018 haben sich daher bundesweit 40 stationäre Einrichtungen der AWO auf den Weg gemacht, um Potentiale für CO2-Einsparungen in ihren Betrieben zu identifizieren.

Dabei wurde festgestellt, dass neben Themen wie Strom, Heizung oder Mobilität auch die Zusammensetzung der Verpflegung eine zentrale Rolle spielt: Wie hoch ist der Anteil an regionaler und saisonaler Kost? Wie hoch der von Tiefkühlware oder Bio-Lebensmitteln? Wie groß ist der durchschnittliche Fleischanteil in den Mahlzeiten? Derartige Fragen können nicht außer Acht gelassen werden, wenn stationäre Einrichtungen den Klimaschutz ernstnehmen und anpacken wollen.

Gleichzeitig geht mit einer möglichen Weiterentwicklung des Verpflegungskonzepts hin zu mehr Klimafreundlichkeit eine hohe Verantwortung einher. Nicht selten stellen die Mahlzeiten für die Bewohner*innen von stationären Einrichtungen einen zentralen Punkt im Tagesablauf dar. Sie erwarten zu Recht eine schmackhafte, genussvolle und abwechslungsreiche Kost. Zudem muss die Verpflegung auch die körperlichen Bedürfnisse und die Gesundheit der Bewohner*innen berücksichtigen – denn auch das ist Grundlage für Wohlbefinden und hohe Lebensqualität.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene eine Wochenmenge von 300-600g Fleisch. Nach aktuellem Stand wird diese Menge in Deutschland regelmäßig um nahezu das Doppelte überschritten. Auch in der stationären Pflege. Die gesundheitlichen Auswirkungen dieses zu hohen Fleischkonsums sind nicht zu vernachlässigen und erfordern ein Umdenken. Eine schrittweise Reduzierung von Fleischanteilen in der Verpflegung durch eine Ergänzung um attraktive und frische vegetarische Angebote verbindet somit Gesundheit, Wohlbefinden und Klimaschutz.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Beteiligung der Bewohner*innen und deren Angehöriger. Grundsätzlich ist die Erfassung der Bedürfnisse und Wünsche der pflegebedürftigen Menschen bzw. die Auswertung von Rückmeldungen ein zentrales Element für die Planung der Verpflegung. Dies ist u.a. über die Vorgaben des AWO-Qualitätsmanagements als fester Bestandteil unserer Pflegekonzeption geregelt und bildet auch die Grundlage für Überlegungen zur klimafreundlicheren Verpflegung.

Darüber hinaus hat für die AWO im Rahmen einer personen-zentrierten Pflege Wahlfreiheit eine hohe Bedeutung. Das kann sich z.B. in einem Angebot zwischen mehreren fleischhaltigen oder vegetarischen Angeboten ausdrücken. Oft führt schon die reine Wahlmöglichkeit dazu, dass die Nachfrage nach Mahlzeiten mit Fleisch von selbst zurückgeht. Denn nicht selten kommen vegetarische Gerichte den Bedürfnissen der Bewohner*innen nicht nur in Bezug auf Konsistenz und Bekömmlichkeit entgegen, sondern entsprechen durchaus ihren Ess-Gewohnheiten: Biografieorientierte und traditionelle Küche kann neben einem rheinischen Sauerbraten eben auch Reibekuchen bedeuten. Klimafreundliche und bedürfnisorientierte gesunde Verpflegung können problemlos Hand in Hand gehen.

Ein Problem zeigt sich an ganz anderer Stelle: Hochwertige, gesunde und klimaverträgliche (Bio-)Verpflegung hat ihren Preis. Bis jetzt berücksichtigen Pflegesätze diese und weitere Aspekte des Klimaschutzes noch nicht ausreichend. Hier muss es ein Umdenken geben.

Die Klimakrise stellt unsere Gesellschaft vor große Umbrüche. Die AWO hat sich 2016 in einem Bundeskonferenzbeschluss zum Pariser Klimaschutzabkommen bekannt und ihre eigene Verantwortung als Trägerin von 18.000 Einrichtungen und Diensten betont. Als AWO nehmen wir die Herausforderung an, den CO2-Ausstoß maßgeblich zu reduzieren und dabei die Qualität unserer Dienstleistungen sowie Gesundheit und Wohlergehen der von uns unterstützen Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.

Projektteams aus dem Südwesten sprechen über Erfahrungen im Projekt

 awo  

Jan09

Anfang November fand der erste Reflexionsworkshop im Projekt „klimafreundlich pflegen“ in Karlsruhe statt. 20 Teilnehmende aus 5 Projektstandorten reflektierten ihre bereits gesammelten Erfahrungen im betrieblichen Klimaschutz und vernetzten sich untereinander für verschiedene Themen.

Am ersten Tag gab zunächst der Projektreferent Thomas Diekamp einen Überblick über einige Aktivitäten des Bundesverbands zum Klimaschutz und des gesamten Projekts. Die Einrichtungen stellten beispielhaft vor, welche Maßnahmen sie in einem bestimmten Bereich bereits umgesetzt haben, sich in der Umsetzung befinden oder noch geplant sind. In Gruppenarbeiten wurden dann die gemachten Erfahrungen für einige Themenbereiche, wie z.B. Verpflegung oder Mobilität vertieft. Dabei ging es darum was gut funktioniert, wo es Hürden gibt und was beachtet werden sollte, wenn Maßnahmen in diesem Bereich umgesetzt werden. Im Bereich der Verpflegung hat die Schulung mit Andrè Böwing viele Küchen- bzw. Hauswirtschaftsleitungen dazu veranlasst zurück in ihren Betrieben Veränderungen anzustoßen, sodass hier bereits sehr viel passiert ist: Reduktion der Fleischportionen, Verringerung des Speiseabfalls, mehr Eigenerzeugung u.v.m. Trotz dessen, dass sich im Energiebereich Investitionen in der mittleren bzw. langen Frist rechnen, können größere Investitionen selten oder gar nicht getätigt werden, da die Investitionskostensätze zu gering sind.

Einige Teilnehmende nahmen am Abend an einem Spaziergang durch die Karlsruher Oststadt teil. Mitarbeiter*innen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) stellten dabei die Energieversorgung in Karlsruhe seit der Industrialisierung und welche Fragen sich im Zuge der notwendigen Energiewende für das Quartier stellen, dar. Einen kurzen Bericht finden Sie hier: https://t1p.de/n2j0

Am zweiten Tag richteten die Teilnehmenden den Blick auf die Zeit nach dem Projektende. Ausgehend von einer Selbstbewertung wo die Einrichtung sich aktuell bei der Umsetzung von betrieblichem Klimaschutz sieht planten sie die notwendigen Schritte um die Aktivitäten auch ohne Unterstützung durch das Projekt weiterzuführen. Hervorgehoben wurde die Bedeutung der Integration des Themas in das bestehende Managementsystem. Nur so kann der Einstieg in den kontinuierlichen Verbesserungsprozess gelingen. Perspektivisch sei dann die Einführung eines Umweltmanagementsystems denkbar. Auch die Mitarbeitenden sollen noch stärker mit einbezogen werden. Weiterhin wünschen sich die Einrichtungen mehr Unterstützung von Seiten des Trägers. Dafür ist es notwendig, dass auch beim Träger Nachhaltigkeit Teil des Leitbilds und der Strategie ist und dies auch so gelebt und umgesetzt wird. Zum Abschluss wurden die Teilnehmenden gebeten Wünsche an die Politik, den Träger/die Gliederung, der Kommune, aber auch sich selbst als Einrichtung zu formulieren.

Steffen Lembke wagte den Blick auf das letzte Projektjahr in dem die Evaluation der umgesetzten Maßnahmen im Fokus steht.

 

Anmeldung offen: Seminar im Haus Humboldtstein „Klimafreundliche Ernährung im Care-Bereich“

 awo  

Jan09

Bereits zum zweiten Mal führen wir mit Andrè Böwing ein Seminar zur klimafreundlichen Ernährung in der Gemeinschaftsverpflegung der Sozialen Arbeit durch. Der Bereich bietet große Potenziale zur Senkung der Treibhausgasemissionen. Dies zeigt sich auch im bisherigen Projektverlauf von „klimafreundlich pflegen“. Dabei gibt es unterschiedliche Ansatzpunkte für eine CO2-arme Verpflegung:

  • Reduktion des Speiseabfalls
  • Gestaltung der Speisen, z.B. Regionalität, Fleischanteil, Tk-Ware
  • Energieeffiziente(s) Kochen und Geräte

Zum Thema „Speiseabfall“ wird es am ersten Tag eine Praxiseinheit geben, in der die Teilnehmenden gemeinsam mit dem Dozenten mit ausgewählten Zutaten etwas zubereiten.

Um Veränderungen erfolgreich umzusetzen müssen alle Beteiligten – vom Tischgast über die Mitarbeitenden bis zu den Führungskräften –  mitgenommen werden. Darüber hinaus sollte getreu dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“ auch ein entsprechendes Marketing mitgedacht werden.

All diese Dinge lernen die Teilnehmenden, wobei auf die Bedingungen vor Ort eingegangen wird. So können sie mit konkreten Ideen zurück kommen und beginnen erste Veränderungen anzustoßen.

Das Seminar findet vom 23.03.2020, ab 14:00 Uhr bis zum 25.03.2020, 13:00 Uhr im AWO Haus Humboldtstein in Remagen-Rolandeck statt. Die Kosten betragen für AWO-Mitarbeitende 640€ und für Externe 730€. Dabei ist die Unterkunft und Verpflegung inklusive.

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