Durch die Reduzierung von Speiseabfällen Emissionen reduzieren und Kosten sparen

 awo  

Sep24

18 Millionen Tonnen Lebensmittel werden laut dem Institut für nachhaltige Ernährung der FH Münster in Deutschland jedes Jahr weggeschmissen. In klimaschädlichen Emissionen ausgedrückt sind dies allein in Deutschland 38 Millionen Tonnen jährlich. Das sind ca. 4% an den gesamten Emissionen in Deutschland. Dabei entfallen circa 11% dieser Verluste auf die Außer-Haus-Verpflegung (AHV) zu der auch die Gemeinschaftsverpflegung in einer stationären Einrichtung gehört.

Die Lebensmittelverluste sind aus vielen Gesichtspunkten problematisch. Es werden Böden beansprucht, Insektizide und Pestizide gespritzt, Energie verbraucht und klimaschädliche Emissionen verursacht. Beim Träger der Einrichtung entstehen an zwei Stellen nicht notwendige Kosten: Zum einen beim Einkauf und zum anderen bei der Entsorgung. Darüber hinaus werden auch personelle Ressourcen verschwendet, so wenden Küchenkräfte z.B. Zeit für das Schälen von Gemüse auf, welches hinterher weggeschmissen wird.

Vorgehen bei der Reduzierung von Speiseabfällen

Sicherlich lassen sich die Lebensmittelverluste in der AHV aufgrund der Rahmenbedingungen nicht gänzlich auf null senken, dennoch können erhebliche Mengen eingespart werden, wenn man das Thema strukturiert und ganzheitlich gemeinsam im Haus angeht. Untersuchungen zeigen, dass ¾ der entstehenden Abfälle vermieden werden können. An erster Stelle steht eine Bestandsaufnahme, die über die Erfassung der Tonnen, die vom Entsorger abgeholt werden, hinausgeht.

Für die Umsetzung des Vorhabens zum Reduzieren von Lebensmittelverlusten sollte eine Projektgruppe aus Mitarbeitenden aus der Pflege, der Hauswirtschaft und der Küche gegründet werden. Als Projektleitung eignet sich die Küchenleitung. Um den Wert der Lebensmittel und die Emissionen beziffern zu können, müssen die Lebensmittelabfälle in Gruppen kategorisiert werden:

  • Nassmüll
  • Gemüse / Salat
  • Fisch / Fleisch / Aufschnitt
  • Stärkebeilagen
  • Nachtisch
  • Sonstiges
  • Nicht vermeidbare Speiseabfälle (z.B. Knochen)

Als Abfallarten sind für die Messung Zubereitungsverluste, Abfälle aus Fehl- und Überproduktion, Ausgabeverluste und Tellerreste relevant. Die Lagerverluste sollten ebenfalls erfasst werden. Gemessen werden sollte dann an unterschiedlichen Messpunkten, z.B. an der Speisenausgabe im Erdgeschoss oder beim Speisenrücklauf im Speisesaal.

An den Messpunkten werden beschriftete Eimer (z.B. „Stärkebeilage“) aufgestellt, die nach Ende der Essenszeiten gewogen werden. Die Ergebnisse werden dann in oben stehender Tabelle dokumentiert.

Beispiele aus der Praxis

Erste Einrichtungen im Projekt Klimafreundlich pflegen sind das Thema der Reduzierung von Speiseabfällen bereits angegangen. Dabei öffnen zunächst einmal die Zahlen aus der Bestandsaufnahme für viele Beteiligte die Augen. Allein dies führt zu einer entsprechenden Sensibilisierung bei den Mitarbeitenden. Bei einer Einrichtung fielen durchschnittlich 7kg Speiseabfälle pro Bewohner*in monatlich an. Diese Zahl konnte z.B. durch eine verbesserte Portionierung und Kommunikation zwischen Pflege und Küche um 25% gesenkt werden.

Bei Interesse an einem Erfahrungsaustausch mit Einrichtungen, die sich bereits mit dem Thema beschäftigt haben, kontaktieren Sie uns gerne: Thomas Diekamp (thomas.diekamp@awo.org, 030 26309 243)

Gemeinsam für die Energiewende: Die AWO schließt Kooperationsvertrag mit dem Grüner Strom-Label

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Sep24

Der AWO Bundesverband e.V. und der Grüner Strom Label e.V. werden künftig zusammenarbeiten. Ziel der neuen Kooperation ist, Klimaschutz und Energiewende in der Sozialen Arbeit voranzutreiben. Neben einem besseren Zugang zu glaubwürdigen Ökostromprodukten wird auch ein Förderprogramm für erneuerbare Energien bei AWO-Einrichtungen ins Leben gerufen.

Die Umstellung auf Ökostrom ist eine wichtige Maßnahme, um die Emissionen von Einrichtungen und Diensten der Sozialen Arbeit kurzfristig und effektiv zu senken. So kann der CO2-Ausstoß pro Pflegeplatz durch den Bezug von Strom aus regenerativen Energien kurzfristig um 10 bis 15 Prozent gesenkt werden. Kaum eine andere Maßnahme ist so effektiv umzusetzen.

Die meisten sogenannten Ökostromprodukte haben keinen messbaren Einfluss auf den Ausbau erneuerbarer Energien. Hinzu kommt, dass Zertifikate für z.B. Strom aus Wasserkraft aus Norwegen gekauft werden und damit Strom aus fossilen Quellen umgelabelt wird. Dieser Strom kann dann in Deutschland als Ökostrom verkauft werden. Das Grüner Strom Label e.V. wird von einigen Umweltverbänden getragen und zeichnet hingegen „echten“ Ökostrom aus.

Die Kooperation zwischen AWO und Grüner Strom Label bildet eine Grundlage, auf welcher Rahmenvereinbarungen mit einzelnen Stromanbietern geschlossen werden. Einrichtungen und Dienste der AWO erhalten so einen transparenten und unkomplizierten Zugang zu glaubwürdigen und wirksamen Ökostromprodukten.

Besonders hervorzuheben ist auch das Förderprogramm welches die AWO gemeinsam mit dem Grüner Strom Label und den Stromlieferanten auflegt. Dieses unterstützt Einrichtungen und Dienste dabei, vor Ort Energiewende-Projekte umzusetzen. „Wir verfügen über einen außerordentlich großen Gebäudebestand, dessen Dachflächen zu selten für Solarenergie genutzt werden.“, erklärt AWO Bundesvorstandsmitglied Brigitte Döcker. Einrichtungen, welche das ändern wollen, können sich beim AWO Bundesverband auf eine Förderung aus Investitionsmitteln der Ökostromanbieter bewerben.

Die Mittel stammen aus den 0,2 Cent / kwh, die jeder Stromanbieter aus dem Stromtarif, der nach dem Grüner Strom Label zertifiziert ist in den Ausbau von erneuerbaren Energien investieren muss.

Bedingung für die Förderung ist der Bezug vom Strom nach den Standards des Grüner Strom-Labels. Auf diese Weise soll ein zusätzlicher Anreiz für den Umstieg geschaffen werden.

AWO Vorstand Brigitte Döcker macht mit Blick auf die finanziellen Rahmenbedingungen aber auch den politischen Handlungsbedarf deutlich: „Einrichtungen werden bisweilen aus Preisgründen gezwungen, klimaschädliche Stromtarife zu wählen. Dies muss sich dringend ändern: Der Bezug von echtem Ökostrom muss bei der Finanzierung Sozialer Arbeit als Grundsatz verankert werden.“

Wer Interesse an einem Strombezug mit dem Grüner Strom Label hat, kann sich gern bei Steffen Lembke (steffen.lembke@awo.org, 030 26309 240) melden.

Die AWO zu Gast beim Fachtag Nachhaltige Beschaffung auf der Fair Friends Messe

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Sep09

Am Donnerstag war Steffen Lembke, Projektleiter im Projekt „klimafreundlich pflegen“, eingeladen bei einem Kochshowtalk aus den Erfahrungen zur Umsetzung von Klimaschutz in der AWO zu berichten. Für den Kochshowtalk war auch Andrè Böwing (links auf dem Bild) in Dortmund. Er führte bereits im Frühjahr eine Schulung zum Thema „Klimafreundliche Verpflegung in Großküchen“ durch. Für November ist ein Webinar zum Aspekt der Regionalität in der Verpflegung geplant.

Am Nachmittag hatte Steffen Lembke dann die Gelegenheit in einem einstündigen Workshop das Projekt vorzustellen und mit den Teilnehmenden zu diskutieren.

 

Aktiver Beitrag zum Schutz der Biodiversität- Naturnahe Gestaltung von Firmengeländen

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Aug06

Nicht nur innerhalb des Hauses, sondern auch rund herum kann man sein Engagement für Nachhaltigkeit unter Beweis stellen. Dies gelingt mit einer naturnahen Gestaltung des Firmengeländes und bietet neben dem Beitrag zum Umweltschutz auch das Potenzial für einen Imagegewinn der Einrichtung vor Ort.

Wie die Umsetzung zu einem naturnahen Firmengelände gelingen kann, hat das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) gemeinsam mit Praxispartner*innen aus verschiedenen Branchen untersucht und die Möglichkeiten und Informationen in einer praxisnahen Broschüre zusammengestellt. Die Maßnahmen reichen von der Gestatung des Eingangsbereichs, Blühflächen und naturnahen Grünflächen über Gründächer bis hin zur Fassadenbegrünung. Es sind auch einige Maßnahmen enthalten, die einem auf Anhieb nicht in den Sinn kommen, so z.B. die insektenfreundliche Außenbeleuchtung. Darüber hinaus gibt es Hinweise zu tiefergehenden Informationsquellen.

Link zur Broschüre

 

Die AWO zu Gast bei der Volkssolidarität

 awo  

Jun20

Das Interesse an der Umsetzung von Klimaschutz in der Sozialwirtschaft wächst. So hatte am vergangenen Freitag Thomas Diekamp, Referent für Klimaschutz beim AWO Bundesverband e.V., die Gelegenheit bei einer Konferenz der Volkssolidarität in Berlin die Aktivitäten der AWO im Bereich des Klimaschutzes vorzustellen und die Erfahrungen zu teilen. Das Publikum war sehr interessiert und schätzte den Redebeitrag als den wertvollsten innerhalb des Blocks zum Klimaschutz ein.
Die Zeitschrift „Wohlfahrt Intern“ berichtete auf ihrer Internetseite von der Konferenz:
Link zum Bericht der Wohlfahrt Intern