Projektteams aus dem Südwesten sprechen über Erfahrungen im Projekt

 awo  

Jan09

Anfang November fand der erste Reflexionsworkshop im Projekt „klimafreundlich pflegen“ in Karlsruhe statt. 20 Teilnehmende aus 5 Projektstandorten reflektierten ihre bereits gesammelten Erfahrungen im betrieblichen Klimaschutz und vernetzten sich untereinander für verschiedene Themen.

Am ersten Tag gab zunächst der Projektreferent Thomas Diekamp einen Überblick über einige Aktivitäten des Bundesverbands zum Klimaschutz und des gesamten Projekts. Die Einrichtungen stellten beispielhaft vor, welche Maßnahmen sie in einem bestimmten Bereich bereits umgesetzt haben, sich in der Umsetzung befinden oder noch geplant sind. In Gruppenarbeiten wurden dann die gemachten Erfahrungen für einige Themenbereiche, wie z.B. Verpflegung oder Mobilität vertieft. Dabei ging es darum was gut funktioniert, wo es Hürden gibt und was beachtet werden sollte, wenn Maßnahmen in diesem Bereich umgesetzt werden. Im Bereich der Verpflegung hat die Schulung mit Andrè Böwing viele Küchen- bzw. Hauswirtschaftsleitungen dazu veranlasst zurück in ihren Betrieben Veränderungen anzustoßen, sodass hier bereits sehr viel passiert ist: Reduktion der Fleischportionen, Verringerung des Speiseabfalls, mehr Eigenerzeugung u.v.m. Trotz dessen, dass sich im Energiebereich Investitionen in der mittleren bzw. langen Frist rechnen, können größere Investitionen selten oder gar nicht getätigt werden, da die Investitionskostensätze zu gering sind.

Einige Teilnehmende nahmen am Abend an einem Spaziergang durch die Karlsruher Oststadt teil. Mitarbeiter*innen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) stellten dabei die Energieversorgung in Karlsruhe seit der Industrialisierung und welche Fragen sich im Zuge der notwendigen Energiewende für das Quartier stellen, dar. Einen kurzen Bericht finden Sie hier: https://t1p.de/n2j0

Am zweiten Tag richteten die Teilnehmenden den Blick auf die Zeit nach dem Projektende. Ausgehend von einer Selbstbewertung wo die Einrichtung sich aktuell bei der Umsetzung von betrieblichem Klimaschutz sieht planten sie die notwendigen Schritte um die Aktivitäten auch ohne Unterstützung durch das Projekt weiterzuführen. Hervorgehoben wurde die Bedeutung der Integration des Themas in das bestehende Managementsystem. Nur so kann der Einstieg in den kontinuierlichen Verbesserungsprozess gelingen. Perspektivisch sei dann die Einführung eines Umweltmanagementsystems denkbar. Auch die Mitarbeitenden sollen noch stärker mit einbezogen werden. Weiterhin wünschen sich die Einrichtungen mehr Unterstützung von Seiten des Trägers. Dafür ist es notwendig, dass auch beim Träger Nachhaltigkeit Teil des Leitbilds und der Strategie ist und dies auch so gelebt und umgesetzt wird. Zum Abschluss wurden die Teilnehmenden gebeten Wünsche an die Politik, den Träger/die Gliederung, der Kommune, aber auch sich selbst als Einrichtung zu formulieren.

Steffen Lembke wagte den Blick auf das letzte Projektjahr in dem die Evaluation der umgesetzten Maßnahmen im Fokus steht.

 

Anmeldung offen: Seminar im Haus Humboldtstein „Klimafreundliche Ernährung im Care-Bereich“

 awo  

Jan09

Bereits zum zweiten Mal führen wir mit Andrè Böwing ein Seminar zur klimafreundlichen Ernährung in der Gemeinschaftsverpflegung der Sozialen Arbeit durch. Der Bereich bietet große Potenziale zur Senkung der Treibhausgasemissionen. Dies zeigt sich auch im bisherigen Projektverlauf von „klimafreundlich pflegen“. Dabei gibt es unterschiedliche Ansatzpunkte für eine CO2-arme Verpflegung:

  • Reduktion des Speiseabfalls
  • Gestaltung der Speisen, z.B. Regionalität, Fleischanteil, Tk-Ware
  • Energieeffiziente(s) Kochen und Geräte

Zum Thema „Speiseabfall“ wird es am ersten Tag eine Praxiseinheit geben, in der die Teilnehmenden gemeinsam mit dem Dozenten mit ausgewählten Zutaten etwas zubereiten.

Um Veränderungen erfolgreich umzusetzen müssen alle Beteiligten – vom Tischgast über die Mitarbeitenden bis zu den Führungskräften –  mitgenommen werden. Darüber hinaus sollte getreu dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“ auch ein entsprechendes Marketing mitgedacht werden.

All diese Dinge lernen die Teilnehmenden, wobei auf die Bedingungen vor Ort eingegangen wird. So können sie mit konkreten Ideen zurück kommen und beginnen erste Veränderungen anzustoßen.

Das Seminar findet vom 23.03.2020, ab 14:00 Uhr bis zum 25.03.2020, 13:00 Uhr im AWO Haus Humboldtstein in Remagen-Rolandeck statt. Die Kosten betragen für AWO-Mitarbeitende 640€ und für Externe 730€. Dabei ist die Unterkunft und Verpflegung inklusive.

Zur Anmeldung

Mediale Aufmerksamkeit wächst – Thomas Diekamp im Interview mit Altenheim TV Spezial

 awo  

Dez12

Zunehmend stellen wir fest, dass seitens anderer Verbände und diversen Branchen-/Fachzeitschriften das Interesse an der Fragestellung wie Umweltschutz in der Pflege gelingen kann, wächst. Thomas Diekamp, Referent für Klimaschutz im AWO Bundesverband und zuständig für das Projekt „klimafreundlich pflegen“ wurde von Altenheim TV Spezial dazu befragt. Das 15-minütige Video kann online angesehen werden:

http://www.altenheim.net/Infopool/Videos/Altenheim-TV-Spezial/Pflege-und-Umweltschutz-So-senken-Sie-Ihre-CO2-Emmissionen

 

Breites Bündnis aus Gewerkschaften, Sozial- und Wohlfahrtsverbänden und Mieterbund fordert sozialökologische Wende für Alle

 awo  

Dez04

Das vom Paritätischen gemeinsam mit ver.di initiierte Bündnis warnt davor Soziales und Klima gegeneinander auszuspielen. Eine Gesellschaft, die schon jetzt durch Ungleichheit geprägt ist, steht vor einem großen Wandel. Bei dieser Wende ist es wichtig, dass niemand zurück gelassen wird und der Klimaschutz eine breite Akzeptanz erfährt. Dafür muss sich jeder Klimaschutz leisten können und klimafreundliche Alternativen müssen vorhanden sein. Das Bündnis sieht die notwendige Transformation deshalb als Chance für einen umfassenden Wandel der Gesellschaft. Dazu gehört auch ein starker Sozialstaat.

Im Projekt „klimafreundlich pflegen“ wird deutlich, dass Klimaschutz in die Regelfinanzierung der Sozialen Arbeit aufgenommen werden sollte. Dabei betont der AWO Bundesverband stets, dass dies nicht zulasten der Klient*innen gehen darf. So sind bspw. in der Pflege die Eigenanteile schon jetzt zu hoch.

Die Pressemitteilung zum Bündnis „SozialPlattform Klimaschutz“ des AWO Bundesverbands finden Sie hier: https://kurzelinks.de/d5yc

Zur gemeinsamen Erklärung (PDF)

 

Durch die Reduzierung von Speiseabfällen Emissionen reduzieren und Kosten sparen

 awo  

Sep24

18 Millionen Tonnen Lebensmittel werden laut dem Institut für nachhaltige Ernährung der FH Münster in Deutschland jedes Jahr weggeschmissen. In klimaschädlichen Emissionen ausgedrückt sind dies allein in Deutschland 38 Millionen Tonnen jährlich. Das sind ca. 4% an den gesamten Emissionen in Deutschland. Dabei entfallen circa 11% dieser Verluste auf die Außer-Haus-Verpflegung (AHV) zu der auch die Gemeinschaftsverpflegung in einer stationären Einrichtung gehört.

Die Lebensmittelverluste sind aus vielen Gesichtspunkten problematisch. Es werden Böden beansprucht, Insektizide und Pestizide gespritzt, Energie verbraucht und klimaschädliche Emissionen verursacht. Beim Träger der Einrichtung entstehen an zwei Stellen nicht notwendige Kosten: Zum einen beim Einkauf und zum anderen bei der Entsorgung. Darüber hinaus werden auch personelle Ressourcen verschwendet, so wenden Küchenkräfte z.B. Zeit für das Schälen von Gemüse auf, welches hinterher weggeschmissen wird.

Vorgehen bei der Reduzierung von Speiseabfällen

Sicherlich lassen sich die Lebensmittelverluste in der AHV aufgrund der Rahmenbedingungen nicht gänzlich auf null senken, dennoch können erhebliche Mengen eingespart werden, wenn man das Thema strukturiert und ganzheitlich gemeinsam im Haus angeht. Untersuchungen zeigen, dass ¾ der entstehenden Abfälle vermieden werden können. An erster Stelle steht eine Bestandsaufnahme, die über die Erfassung der Tonnen, die vom Entsorger abgeholt werden, hinausgeht.

Für die Umsetzung des Vorhabens zum Reduzieren von Lebensmittelverlusten sollte eine Projektgruppe aus Mitarbeitenden aus der Pflege, der Hauswirtschaft und der Küche gegründet werden. Als Projektleitung eignet sich die Küchenleitung. Um den Wert der Lebensmittel und die Emissionen beziffern zu können, müssen die Lebensmittelabfälle in Gruppen kategorisiert werden:

  • Nassmüll
  • Gemüse / Salat
  • Fisch / Fleisch / Aufschnitt
  • Stärkebeilagen
  • Nachtisch
  • Sonstiges
  • Nicht vermeidbare Speiseabfälle (z.B. Knochen)

Als Abfallarten sind für die Messung Zubereitungsverluste, Abfälle aus Fehl- und Überproduktion, Ausgabeverluste und Tellerreste relevant. Die Lagerverluste sollten ebenfalls erfasst werden. Gemessen werden sollte dann an unterschiedlichen Messpunkten, z.B. an der Speisenausgabe im Erdgeschoss oder beim Speisenrücklauf im Speisesaal.

An den Messpunkten werden beschriftete Eimer (z.B. „Stärkebeilage“) aufgestellt, die nach Ende der Essenszeiten gewogen werden. Die Ergebnisse werden dann in oben stehender Tabelle dokumentiert.

Beispiele aus der Praxis

Erste Einrichtungen im Projekt Klimafreundlich pflegen sind das Thema der Reduzierung von Speiseabfällen bereits angegangen. Dabei öffnen zunächst einmal die Zahlen aus der Bestandsaufnahme für viele Beteiligte die Augen. Allein dies führt zu einer entsprechenden Sensibilisierung bei den Mitarbeitenden. Bei einer Einrichtung fielen durchschnittlich 7kg Speiseabfälle pro Bewohner*in monatlich an. Diese Zahl konnte z.B. durch eine verbesserte Portionierung und Kommunikation zwischen Pflege und Küche um 25% gesenkt werden.

Bei Interesse an einem Erfahrungsaustausch mit Einrichtungen, die sich bereits mit dem Thema beschäftigt haben, kontaktieren Sie uns gerne: Thomas Diekamp (thomas.diekamp@awo.org, 030 26309 243)