Gemeinsam für eine gesunde Welt

Bei der Bundeskonferenz der Arbeiterwohlfahrt im Juni 2021 wurde als zentrales Ziel Klimaneutralität vor 2040 festgelegt. Für stationäre Einrichtungen der Behindertenhilfe und Altenpflege bedeutet dies, dass sie durchschnittlich 87 % ihrer Emissionen einsparen müssen.

Das Projekt „klimafreundlich pflegen – überall!“ ist nach dem vorangegangenen Pilotprojekt von 2018 bis 2020 ein weiterer Schritt in Richtung Klimaneutralität. Über einen Zeitraum von drei Jahren wird das Vorhaben im Zuge der ‚Nationalen Klimaschutzinitiative‘ des Bundesumweltministeriums gefördert. Dadurch konnten fünf Regionalstellen geschaffen werden, sodass eine intensive Betreuung und Begleitung vor Ort ermöglicht wird.

Im ersten Schritt wird der CO2-Fußabdruck aller 90 am Projekt beteiligten Einrichtungen erhoben. Mit Hilfe des gesammelten Datenmaterials werden in

Abstimmung mit Mitarbeitenden und Bewohner*innen gezielte Klimaschutzstrategien und Maßnahmen entwickelt, sodass die bisherigen Emissionen um einen wesentlichen Anteil verringert werden. Unterstützt werden die teilnehmenden Häuser nicht nur durch die jeweiligen Regionalstellen, sondern pro Region auch durch zwei „Mentoren-Einrichtungen“ aus dem Pilotvorhaben sowie verschiedene Schulungsangebote.

Die Erkenntnisse, die durch das Vorhaben gesammelt werden, sollen dabei sowohl in andere Einrichtungen innerhalb als auch außerhalb der AWO getragen werden. Im Projekt wird jedoch nicht nur intensiv mit den projektinternen Einrichtungen zusammengearbeitet. Ein jährlich stattfindender Fachtag bietet die Möglichkeit für Austausch zwischen Projektteilnehmenden und Akteuren der breiten Öffentlichkeit sowie politischen Gremien. Ziel ist es über den Projektzeitraum hinaus Klimaschutz in der Pflege zu etablieren.

Verpflegung

So lecker schmeckt Klimaschutz.

Energie

So innovativ ist Klimaschutz.

Ressourcen

So einfach ist Klimaschutz.

Warum klimafreundlich pflegen?

Rund ein Prozent der deutschen Bevölkerung (820.000 Menschen) werden in Einrichtungen vollstationär betreut – Tendenz steigend (Statistisches Bundesamt 2019). Der CO2-Fußabdruck der betreuten Personen wird im Gegensatz zu anderen Bevölkerungsgruppen nur zu einem geringen Anteil durch individuelles Verhalten, wie beispielsweise Konsumentscheidungen oder Reisen, beeinflusst. Vielmehr entscheiden der infrastrukturelle und organisatorische Aufbau der Einrichtungen über die CO2-Emissionen der Bewohnenden. Das macht deutlich, dass wir den Bereich der stationären Pflege mitdenken müssen, wenn es um das Erreichen der Klima- und Nachhaltigkeitsziele geht.

Aber was bedeutet das konkret für den Pflegealltag? Wie können wir die Bewohnenden und Mitarbeitenden in den Prozess miteinbinden? Und wie können wir Klimaschutz und die Notwendigkeit einer hohen Pflegequalität in Einklang bringen? All dies muss zudem mit der zwingenden Notwendigkeit einer hohen Pflegequalität abgestimmt werden.

Diesen Fragen müssen sich Betreiber und Träger von stationären Einrichtungen stellen. Ihnen kommt eine besondere Verantwortung zu, denn sowohl Qualität, als auch Klimafreundlichkeit der Pflege hängen am Ende von ihren Entscheidungen und ihrer Gestaltung der Pflegeprozesse ab.

Darüber hinaus ist die Sensibilisierung für die Bedeutsamkeit von Klimaschutzmaßnahmen sowohl bei den Bewohnenden und deren Angehörigen, als auch bei den Mitarbeitenden entscheidend. Die Handlungsfelder dieser Maßnahmen reichen dabei von der Energieversorgung des Hauses über den Ressourcenverbrauch und das Vermeiden von Abfällen bis hin zu Fragen einer umweltfreundlicheren Gestaltung der täglichen Verpflegung.

Für diese verschiedenen Themen realistische Zielsetzungen und praxisnahe Maßnahmen zu entwickeln, um langfristig Klimaschutz im Arbeitsalltag zu verankern und somit die Emissionen der Einrichtungen dauerhaft zu reduzieren, das ist das Ziel von „klimafreundlich pflegen – überall!“.

Schon 2018 hat sich der Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt in einem ersten Schritt mit einem Pilotprojekt auf den Weg gemacht und mit bundesweit 40 Einrichtungen Ansätze klimafreundlicheren Verhaltens in der Pflege entwickelt und erprobt. Die seither gesammelten Erfahrungen werden nun in dem erweiterten Projekt „klimafreundlich pflegen – überall!“ gemeinsam mit fünf Landes- und Bezirksverbänden der Arbeiterwohlfahrt und insgesamt 90 stationären Einrichtungen im gesamten Bundesgebiet reflektiert, ausgebaut und in die Breite getragen. Hierbei sind nicht nur Häuser der Arbeiterwohlfahrt, sondern auch einige wenige Einrichtungen externer Träger beteiligt.

Bei Fragen können Sie sich an die Regionalstelle wenden

klimafreundlich pflegen in der Praxis

Nachahmen erwünscht!

Dieser Pool gefüllt mit guten Beispielen aus der Praxis wird stetig erweitert. Holen Sie sich Inspirationen von unseren Einrichtungen zur eigenen Umsetzung.

Stellen Sie Ihr Projekt vor!

Sie haben bereits erfolgreich Maßnahmen umgesetzt?

Lassen Sie uns teilhaben und laden Sie ihr eigenes gutes Praxisbeispiel in unseren Pool hoch. So können noch mehr Einrichtungen profitieren und gemeinsam kommen wir dem Ziel der Klimaneutralität in der Pflege Stück für Stück näher.

Wir machen mit!

Anführungszeichen

Wir beteiligen uns an diesem Projekt, weil beim Klimaschutz auf lange Sicht „weniger“ „mehr“ ist. Weniger Verpackungsmüll, weniger Transportwege, weniger Energieverbrauch… Mehr Bewusstsein, mehr Klimaneutralität, mehr soziale Gerechtigkeit. 

Yvonne Bückart, Leitung Sozialdienst
Einrichtung AWO Seniorenzentrum Weidenberg

Partner