Projekt-Vormittag im Wohnheim Frankenhöhe

Am 29.09.2022 fand der erste Projekt-Vormittag mit den Klient*innen des AWO Wohnheims Frankenhöhe in Markt Erlbach, einem Wohnheim für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung, statt. Von 8:30 bis 11:30 Uhr ging es rund um das Thema Nachhaltigkeit. Organisiert und umgesetzt wurde das Vorhaben in Zusammenarbeit mit der Arbeitstherapie vor Ort. Nach einem kurzen theoretischen Input ging es dann ins gemeinsame Tun. Aufgeteilt in drei Gruppen konnten die über 40 Teilnehmenden ihre persönliche Erfahrung mit Klimaschutz machen.
Vorbereitungen

Bereits im Vorfeld wurden die Klient*innen sowie die Mitarbeitenden der Arbeitstherapie über den Projekt-Vormittag informiert und gebrieft. Um eine möglichst hohe Teilnehmendenanzahl zu gewährleisten, fand dieser in der Arbeitszeit der Arbeitstherapie statt. Die Stunden wurden den Klient*innen zudem als Arbeitszeit angerechnet. In den Räumen der Arbeitstherapie wurden Beamer und Leinwand bereitgestellt, sodass einem reibungslosen Ablauf nichts mehr im Wege stand.

Erst Theorie dann Praxis

Um ein Gefühl für die Thematik zu erhalten, stellte Regionalkoordinatorin Pia Distler zu Beginn die Grundlagen der Nachhaltigkeit vor. Besonders wichtig war es dabei hervorzuheben, wie stark sich der Klimawandel auf Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen auswirkt und wie jeder einzelne mithelfen kann, diesen etwas abzuschwächen.

Danach ging es ins gemeinsame Handeln. Dazu teilten sich die Teilnehmenden in drei Gruppen auf:

  1. Gruppe eins machte sich mit zwei großen Mülltüten in Richtung Markt Erlbacher Bahnhof auf. Ziel war es, so viel Müll wie möglich einzusammeln und diesen anschließend richtig getrennt in den Müllbehältern vor den Räumlichkeiten der Arbeitstherapie zu entsorgen. Nach bereits einer Stunde konnten zwei große Mülltüten mit allerlei unterschiedlichen Wertstoffen zusammengetragen werden. Sowohl die Klient*innen als auch die Mitarbeitenden waren über die große Menge sehr erstaunt und negativ beeindruckt.
  2. Die zweite Gruppe hatte die Aufgabe Müll richtig zu trennen. Dazu wurde im Vorfeld vom Hausmeisterteam des Haupthauses Müll gesammelt und vorgesäubert. Die Teilnehmenden erfuhren dabei nicht nur nützliche Tipps und Tricks rund um das Thema Mülltrennung, sondern konnten diese auch gleich praktisch anwenden.
  3. In der dritten Gruppe wurden „Energiesünden“ in der Arbeitstherapie aufgedeckt. Dafür wurde zuvor von einigen Klient*innen bspw. das Fenster auf Kipp gestellt und die Heizung voll aufgedreht oder das Licht in einem Raum angeschaltet, in dem sich keine*r befand. Ziel der Gruppe war es dann, die einzelnen „Sünden“ zu entlarven und zu korrigieren. So wurden viele Lichter ausgeschaltet, die Fenster geschlossen und Heizungen zurückgedreht. Aber auch unbenutzte Stecker wurden aus den Steckdosen gezogen, sowie Türen geschlossen, durch die vor allem im Winter viel Wärme nach draußen gelangt.

Anschließend formulierten die Klient*innen zusammen mit je einem Mitarbeitenden der Arbeitstherapie ihre Erkenntnisse und Ergebnisse auf einem großen Plakat und stellten dieses allen Teilnehmenden vor. So hatte jede*r Einblick, was in den jeweils anderen Gruppen in der Zwischenzeit passiert war.

Die Ergebnisse aus Gruppe 1.
Die Ergebnisse aus Gruppe 2.
Die Ergebnisse aus Gruppe 3.
Pädagogischer Mehrwert für alle
  • Präsentation der Ergebnisse vor einer Gruppe: Ist für viele der Klient*innen eine große Hürde und wurde sehr gut gemeistert.
  • Zusammenarbeit in einer Gruppe: Stärkung sozialer Komponenten, Hinarbeiten für eine Sache.
  • Ressourcenorientiertes Arbeiten: Sehr viele Klient*innen brachten sich in den Gruppen mit ihren ganz eigenen Stärken mit ein und fassten so neues Selbstvertrauen.
  • Sozialraumorientierung: Durch den Ortsbezug in der Gruppenarbeit wurde sozialraumorientiertes Arbeiten am Sensibilisierungstag und damit ein großer Erkenntnisgewinn für die teilnehmenden Klient*innen auch für den eigenen Sozialraum in Markt Erlbach möglich.
Wie geht es nun weiter?

Der Projekt-Vormittag war ein voller Erfolg! Viele Klient*innen fanden selbst in den Pausen Zeit, sich weiter über die Thematik zu informieren. Geplant ist deshalb, das aufgebaute Wissen in einem zweiten Termin zu vertiefen und die Motivation selbst mit anzupacken zu festigen. Die Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung für das Thema Nachhaltigkeit sind dabei wesentliche Faktoren. Schon jetzt freuen sich alle Beteiligten auf ein Wiedersehen im Frühjahr.

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