Klimafreundliche Küche im Norden

Im Rahmen des Projekts „klimafreundlich pflegen – überall!“ fiel am 03.11.2022 der Startschuss für eine zweiteilige Fortbildungsreihe zum Thema Klimafreundliche Gemeinschaftsverpflegung für Kolleg*innen aus der Küche und Hauswirtschaft im AWO Landesverband Schleswig-Holstein e. V. Die Referentin Martina Walter-Kunkel (gelernte Diätassistentin, Köchin, Fachdiätassistentin Vollwerternährung UGB und Hygienefachkraft) begleitete die Veranstaltung und sprach mit den Praktiker*innen über Herausforderungen, Vorteile und Umsetzungsmöglichkeiten einer klimafreundlicheren Verpflegung.

Zur Erreichung unserer Klimaschutzziele muss der Status quo unserer Verpflegungskonzepte hinterfragt werden. Ein klimafreundlicheres Dienstleistungsangebot beinhaltet auch eine klimafreundlichere Gemeinschaftsverpflegung. Unsere Kolleg*innen aus der Küche treten in diesem Bereich als besondere Multiplikator*innen auf. Allein durch die Teilnehmenden der Fortbildung werden täglich rund 1.500 warme Mahlzeiten zubereitet – fast 550.000 im Jahr. Selbst kleine Veränderungen im täglichen Betrieb haben demnach großes Potential CO2-Emissionen zu reduzieren.

Kern der Veranstaltung war die Frage, wie gesunde Ernährung, Klimafreundlichkeit und Nachhaltigkeit in der Gemeinschaftsverpflegung praktisch umgesetzt werden können. Bevor die Teilnehmenden aus unterschiedlichen Geschäftsbereichen (Kita, Servicehäuser, Kureinrichtungen) selbst neue Rezepte ausprobieren konnten, gab es eine Einführung in das Thema. Neben dem DGE-Qualitätsstandard, der Kriterien für eine gesundheitsfördernde und nachhaltige Verpflegung in Gemeinschaftseinrichtungen definiert, wurde auch die „Planetary Health Diet“ als Lösungsansatz vorgestellt. Bei dieser Ernährungsform stehen die planetaren Grenzen und die menschliche Gesundheit im Fokus. Zum Abschluss wurden in Zweierteams klimafreundliche Gerichte zubereitet: Linsenbratlinge, Farfalle mit Spitzkohl und vegetarische Omeletts. Die Teilnehmenden hatten Zeit, sich über die Umsetzbarkeit der Rezepte auszutauschen und alle Gerichte zu verköstigen.

Für die Folgeveranstaltung bekamen die Praktiker*innen die Aufgabe einen Wochenspeiseplan klimafreundlicher zu gestalten. Konkret sollen Fleisch und weitere tierische Produkte reduziert werden. Darüber hinaus sollen 2 x pro Woche Hülsenfrüchte und Getreide verwertet und zwei neue klimafreundliche Gerichte ausgewählt werden. Die Ergebnisse werden im Zuge der Folgeveranstaltung am 19. Januar 2023 vorgestellt. Hier wird durch die folgenden Fragen aber auch thematisch angeknüpft: Wie sinnvoll ist der Einsatz von Fleischersatzprodukten? Was muss ich bei der Speiserestevermeidung beachten? Wo finde ich klimafreundliche Rezepte, die auf die Bedürfnisse der zu Verpflegenden abgestimmt sind?

Die Fortbildung ergänzt den angestoßenen Dialog im Netzwerk des Projekts und in den unterschiedlichen Geschäftsbereichen des AWO Landesverbandes Schleswig-Holstein e.V. Die Veranstaltung war trägerübergreifend geöffnet und für die Teilnehmenden kostenlos.

Schreibe einen Kommentar