Gemeinsame Veranstaltung der Diakonie, Caritas und AWO – Mehr Klimaschutz in Sozial- und Gesundheitsimmobilien

Das im Jahr 2019 gestartete Projekt „Contracting in Sozialeinrichtungen“ der Energie – und Klimaschutzagentur Baden-Württemberg (KEA) in Kooperation mit der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF) und der Hochschule für Technik und Wirtschaft Stuttgart (HFT) stellte Erkenntnisse und Unterstützungsangebote für mehr Energieeffizienz in Sozialeinrichtungen vor.

Zu Beginn gab Henning Ellermann, Mitglied der Geschäftsleitung bei der DENEFF, einen Überblick über die Herausforderungen beim Klimaschutz im Gebäudesektor und beleuchtete aktuelle und zukünftige politische Entwicklungen.

Dr. med. Matthias Albrecht, Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhaus Hubertus in Berlin-Zehlendorf zeigte Praxisbeispiele aus der Klinik. Das Hubertus-Krankenhaus ist schon sehr lange im Bereich des Klimaschutzes unterwegs und hat etliche Erfolge vorzuweisen.

Vor dem Hintergrund der Hürden, wie wenig liquide Mittel, einem knappem Personalstock und dem Fehlen einer strategischen Roadmap entwickelten die Projektdurchführenden Lösungsansätze:

  • Energiedienstleister als vertrauenswürdiger Partner auf Augenhöhe und Entlastung der Verantwortlichen in den Einrichtungen und beim Träger
  • Zielgruppengerechte Kommunikation und Geschäftsmodelle nach Baukastenmodell

Folgendes Vorgehen für die energetische Sanierung unter Zuhilfenahme eines Contractors wird hierbei empfohlen:

  1. Kontaktaufnahme: Erstes Kennenlernen mit Energieberater, Energiedienstleister etc.
  2. Strategische Planung: Erstellen eines Gesamtkonzeptes und Zeitplanes für das Vorgehen bei den Einzelmaßnahmen und eines Finanzierungskonzept
  3. Finanzierung: Beantragung von Fördermitteln, Finanzierung des Restbetrages und Festlegung des Rückvergütungsmodelles
  4. Umsetzung: Einbindung des technischen und medizinischen/pflegerischen Personals
  5. Implementierung während des laufenden Betriebs

Dabei können die Energiedienstleistungen vom Umfang her stark variiert werden.

Das Projekt entwickelte folgende Produkte und Lösungen:

Schnellrechner: Das Kalkulationstool erstellt auf der Basis von Gebäudedaten eine erste Übersicht zu möglichen Sanierungsmaßnahmen und Kosten, und verweist auf Best- Practice Beispiele, Finanzierungsoptionen und unabhängige Berater.

GIS-Tool: Ein geodatenbasierter Sanierungsrechner ermöglicht schnelle und umfassende Machbarkeitsanalysen für Gebäude durchzuführen (inkl. eigener Berechnungsmakros). Mit wenigen Klicks werden alle relevanten Sanierungsmaßnahmen berechnet und visualisiert.

Finanzierungsübersicht: Mit dieser Hilfestellung können Informationen zur Finanzierung von Energiesparmaßnahmen in Sozial- und Gesundheitseinrichtungen und zur möglichen Zusammenarbeit mit einem Energiedienstleister gefunden werden.

Der Schnellrechner, der im Endergebnis eine Entscheidungsvorlage mit Empfehlungen und Sanierungsvarianten, Praxisbeispielen zur Inspiration und Kontakte ausspuckt, kann derzeit bereits in einer Beta-Version getestet werden. Den Kontakt und weitere Informationen erhalten Sie über die CoSo-Webseite.

Gerne möchten wir an dieser Stelle auf das Vertiefungs-Webinar am 11. Mai hinweisen: „In 3 Schritten zum Energieprojekt“. Anmeldung und weitere Infos finden Sie hier.

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